Was bedeutet Anfasen?
Anfasen bezeichnet das Abschrägen einer scharfen Kante an einem Werkstück.
Dabei wird Material in einem definierten Winkel (meist 45°) entfernt, um eine Fase zu erzeugen.
Kurz gesagt:
Anfasen = Kanten brechen durch eine schräge Bearbeitung.
Warum fasst man Kanten an?
Anfasen dient mehreren Zwecken:
- Verletzungsgefahr reduzieren (scharfe Kanten entschärfen)
- Montage erleichtern (z. B. Schrauben oder Passungen)
- Optik verbessern
- Beschichtungen erleichtern (z. B. Eloxieren, Lackieren)
- Kantenstabilität erhöhen
- Gratbildung vermeiden
In technischen Zeichnungen ist die Fase oft als „0,5 × 45°“ angegeben.
Wie wird angefast?
Typische Methoden:
- Fräsen mit Fasenfräser oder Senker
- Drehen mit abgestochenem Werkzeugwinkel
- Entgraten per Hand oder Maschine
- Schleifen bei empfindlichen Materialien
- Kantenfräsen bei Blechen
Typische Fasenmaße
- 0,2–0,5 mm × 45° → Standard‑Kantenbruch
- 1–2 mm × 45° → Montagefasen
- größer 2 mm → Funktionsfasen (z. B. für Schweißnähte)
Hinweise für die Praxis
- Zu große Fasen können Passungen beeinträchtigen
- Bei Aluminium und Kunststoff reichen oft sehr kleine Fasen
- Bei Stahl und Edelstahl sind größere Fasen üblich
- CAM‑Systeme bieten automatische Fasenstrategien
- Fasen müssen oft vor dem Eloxieren oder Beschichten gesetzt werden
Kurz erklärt
Anfasen bedeutet, eine scharfe Kante durch eine schräge Bearbeitung zu brechen, um Sicherheit, Optik und Funktion zu verbessern.
