Was ist Pitting?
Pitting bezeichnet eine Form der Materialermüdung, bei der sich kleine Vertiefungen oder Ausbrüche auf der Oberfläche eines Wälzlagers oder anderer hochbelasteter Bauteile bilden. Diese Schäden entstehen durch die wiederholte Belastung der Laufbahnen und Wälzkörper während des Betriebs.
Pitting zählt zu den häufigsten Ursachen für den Ausfall von Wälzlagern.
Kurz gesagt:
Pitting = kleine Materialausbrüche auf der Oberfläche durch dauerhafte Wechselbelastung.
Wie entsteht Pitting?
Während des Betriebs wirken auf die Kontaktflächen eines Wälzlagers sehr hohe Druckkräfte. Mit jeder Umdrehung entstehen Millionen von Belastungswechseln.
Im Laufe der Zeit bilden sich unter der Oberfläche feine Materialrisse. Erreichen diese die Oberfläche, brechen kleine Materialstücke heraus – es entstehen die typischen Grübchen.
Dieser Vorgang wird als Ermüdungsschaden bezeichnet.
Ursachen für Pitting
Pitting kann durch verschiedene Faktoren begünstigt werden:
- normale Materialermüdung
- Überlastung des Lagers
- falsche Lagerauswahl
- mangelhafte Schmierung
- verschmutzter Schmierstoff
- Feuchtigkeit oder Korrosion
- falscher Lagereinbau
- Fluchtungsfehler
- hohe Stoßbelastungen
- starke Vibrationen
Je höher die Belastung und je schlechter die Schmierung, desto schneller kann sich Pitting entwickeln.
Woran erkennt man Pitting?
Typische Anzeichen sind:
- kleine punktförmige Ausbrüche auf der Laufbahn
- raue Lageroberflächen
- zunehmende Laufgeräusche
- Vibrationen
- steigende Lagertemperatur
- sinkende Laufgenauigkeit
- erhöhter Verschleiß
Im fortgeschrittenen Stadium können sich die Schäden über große Bereiche der Laufbahn ausbreiten.
Folgen von Pitting
Unbehandeltes Pitting führt häufig zu:
- erhöhtem Lagergeräusch
- stärkeren Vibrationen
- schlechterem Rundlauf
- steigender Reibung
- höherer Wärmeentwicklung
- vorzeitigem Lagerausfall
- Schäden an Welle und Gehäuse
- ungeplanten Maschinenstillständen
Typische Einsatzbereiche
Pitting tritt besonders häufig auf bei:
- Wälzlagern
- Kugellagern
- Rollenlagern
- Getrieben
- Zahnrädern
- Werkzeugspindeln
- Elektromotoren
- Windkraftanlagen
- Pumpen
- Förderanlagen
Überall dort, wo Bauteile dauerhaft hohen Wechselbelastungen ausgesetzt sind, kann Pitting entstehen.
Pitting verhindern
Mit den richtigen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren:
- Lager passend dimensionieren
- hochwertige Lager verwenden
- geeigneten Schmierstoff einsetzen
- Schmierintervalle einhalten
- Verschmutzungen vermeiden
- Dichtungen regelmäßig kontrollieren
- Lager fachgerecht montieren
- Fluchtungsfehler vermeiden
- Überlastungen verhindern
- Schwingungen reduzieren
Eine regelmäßige Zustandsüberwachung hilft, beginnende Schäden frühzeitig zu erkennen.
Unterschied zwischen Pitting und Verschleiß
Pitting
- entsteht durch Materialermüdung
- punktförmige Ausbrüche
- häufig auf Laufbahnen
- beginnt unter der Oberfläche
Verschleiß
- entsteht durch Reibung
- gleichmäßiger Materialabtrag
- gesamte Oberfläche betroffen
- beginnt direkt an der Oberfläche
Pitting ist daher kein normaler Verschleiß, sondern ein Ermüdungsschaden.
Typische Fehler
- Lager dauerhaft überlasten
- ungeeigneten Schmierstoff verwenden
- Schmierung vernachlässigen
- Lager verschmutzen lassen
- falsche Lagerluft wählen
- Lager unsachgemäß montieren
- beschädigte Dichtungen ignorieren
Diese Fehler können die Lebensdauer eines Lagers erheblich verkürzen.
Praxistipp
Kontrollieren Sie Wälzlager regelmäßig auf Laufgeräusche, Vibrationen und Temperaturanstieg. Werden erste Anzeichen von Pitting früh erkannt, kann ein rechtzeitiger Lagerwechsel Folgeschäden an Welle, Gehäuse oder Maschine verhindern.
Kurz erklärt
Pitting ist ein Ermüdungsschaden an hochbelasteten Bauteilen wie Wälzlagern oder Zahnrädern. Durch wiederholte Belastungswechsel entstehen kleine Materialausbrüche auf den Laufbahnen, die zu Vibrationen, Geräuschen und schließlich zum Ausfall des Bauteils führen können.
